Definition:
Der Begriff „Wachsleiche“ beschreibt ein natürliches Phänomen, bei dem der normale Zersetzungsprozess eines Verstorbenen nach der Erdbestattung stark verlangsamt wird. Durch besondere Einflüsse im Erdreich verändert sich das Gewebe so, dass der Körper über lange Zeit nahezu unverändert erhalten bleibt.

Details:
Dass ein Körper nicht wie gewohnt in den natürlichen Kreislauf übergeht, liegt meist nicht am Verstorbenen selbst, sondern an den äußeren Bedingungen im Grab:

  • Fehlender Sauerstoff: Fehlt im Erdreich die nötige Luftzirkulation, kommt der natürliche Abbauprozess zum Stillstand.

  • Feuchte und schwere Böden: Vor allem sehr dichte, lehm- oder tonhaltige Böden schließen Luft und Wasser oft so stark ab, dass Feuchtigkeit im Grab verbleibt und den Körper schützend konserviert.

Bedeutung für die Friedhofspraxis:
Für Friedhöfe ist dieses Phänomen ein wichtiger Faktor bei der Planung von Ruhezeiten. Wenn Gräber nach vielen Jahren neu belegt werden sollen, sorgt man heute durch gezielte Maßnahmen vor: Böden werden aufgelockert, belüftet oder mit Sand aufbereitet. Zudem wird darauf geachtet, dass ausschließlich gut abbaubare Särge und Kleidung verwendet werden, damit der Verstorbene sanft und natürlich zur letzten Ruhe gebettet werden kann.

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