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Anonyme Bestattung – wenig Worte, große Unterschiede

27. Februar 2024

Bild von Larisa Koshkina auf Pixabay

Volkssprachlich verstehen wir unter einer anonymen Beerdigung, dass die Grabstätte nicht mit dem Namen des Verstorbenen gekennzeichnet ist.
Manchmal begegnet uns die „anonyme Bestattung“ auch bei Bestattungen von Amts wegen (Sozialbestattung) und grundsätzlich verstehen wir sie als kostengünstig. Ein weiterer Aspekt ist der, dass für Hinterbliebene kein Pflegeaufwand der Grabstätte entsteht, eben wenn man „niemandem zur Last fallen möchte“.

Die Friedhofssatzung der Stadt Duisburg definiert gemäß §17 (8) anonyme Bestattungen etwas genauer:
„(…) Die Bestattungen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Beisetzungsort oder die Grablagen werden grundsätzlich nicht bekannt gegeben. (…)“. Diese Regelung gibt es nur für Urnenbestattungen.

Bedeutet:

  • Niemand darf bei der Beerdigung dabei sein.
  • Der Beisetzungsort wird weder den Hinterbliebenen noch der Öffentlichkeit bekannt gegeben.
  • Es können nur Urnen anonym beigesetzt werden.

Quelle: https://www.wb-duisburg.de/Downloads/index.php, „Friedhofssatzung-2022.pdf“

Folgend werden wir Ihnen einen Überblick über Bestattungs- und Grabarten geben, der beide Interpretationen berücksichtigt.

Die anonyme Bestattung bzw. Beerdigung im Duisburger Westen

Dazu wird die Urne des Verstorbenen von uns Bestattern an die Mitarbeiter der Friedhöfe übergeben. Anschließend erfolgt die Beisetzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit an einem unbekannten Ort in einem Urnenreihengrab auf einem städtischen Friedhof.
Als Angehörige wird Ihnen nur das Datum der Beisetzung bekanntgegeben.

Pflegefreie Grabstätten
Im Unterschied zur anonymen Bestattung ist auch eine Erdbestattung (im Sarg) möglich. Sie sind frei in der Gestaltung der Beerdigungszeremonie an einem bekannten Bestattungsort und es entsteht je nach Grabart kein bzw. wenig Grabpflegeaufwand.

Beispiele:

Auf dem Friedhof Mühlenberg gibt es Baumwahlgräber für die Bestattung von einer oder mehrere Urnen. Am Fuße des gewählten Baumes können zwischen 1-4 Urnen beigesetzt werden. Grabschmuck ist nicht erlaubt, lediglich die Kennzeichnung des Grabes mit einem kleinen Findling. Auf diese Kennzeichnung kann aber auch verzichtet werden.

Eine weitere besondere Form ohne Kennzeichnung der Grabstätte ist das Aschestreufeld auf dem Friedhof Mühlenberg. Hier wird die Asche des Verstorbenen unter eine Rasenfläche gestreut.

Und dann gibt es noch naturnahe Grabarten, wie die Wiesengräber. Es gibt sie als Reihen- oder Wahlgrab, für Urnen oder Särge. Diese Gräber können je nach Grabart mit Platten oder Steinen gekennzeichnet werden, müssen sie aber nicht. Wie die Namen schon sagen, befinden sie sich auf Wiesen. Diese Grabarten gibt es in verschiedenen Formen in Duisburg-Rheinhausen auf den Friedhöfen Trompet und Mühlenberg.

Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich die Urnengemeinschaftsgräber. Je nach Größe werden dort unterschiedlich viele Urnen gemeinschaftlich bestattet.
Auf den Gräbern befinden sich Steine/Tafeln/Säulen/Skulpturen mit den Namen der dort bestatteten Menschen. Die Pflege des Grabes erledigt ein Friedhofsgärtner dessen Kosten geteilt werden.
Solche Gräber finden Sie auf den Friedhöfen Trompet, Rumeln, Mühlenberg und Friemersheim.

Eine Alternative zu den Friedhöfen ist unser Kolumbarium. Das ist ein Urnenfriedhof im geschlossenen Raum. Zwar sind die meisten der Fächer mit den Namen der Verstorbenen beschriftet, das ist aber keine zwingende Vorgabe.
Weitere Informationen und Bilder finden Sie hier. Sie können auch gerne vorbeikommen, Sie finden unser Kolumbarium in Duisburg-Bergheim.

Anonyme Bestattungs-Möglichkeiten außerhalb von Duisburg

Für alle folgenden Bestattungsarten muss der Verstorbene kremiert werden, d.h. es geht immer um die Asche, die bestattet wird.

Die Waldbestattung

In Duisburg oder näherer Umgebung gibt es derzeit keinen Begräbniswald. Der nächstgelegene Naturbegräbniswald findet sich derzeit in Meerbusch (zwischen Krefeld und Düsseldorf) -> Waldruhestätte Meerbusch.
Dort kann die Urne mit der Asche des Verstorbenen am Fuße eines Baumes beigesetzt werden. Es obliegt Ihnen, ob Sie an dem Baum eine Namenstafel anbringen lassen möchten oder nicht.

Direkt hinter der holländischen Grenze, ganz in der Nähe von Venlo, gibt es einen Begräbniswald, wo Beerdigungen etwas anders durchgeführt werden können: die Asche des Verstorbenen wird am Fuße eines Baumes im Wald verstreut.
Es bleibt Ihnen überlassen, ob Sie bei der Zeremonie dabei sein möchten oder nicht.
Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Seebestattung

Seebestattungen sind generell weltweit möglich. Für Duisburger bietet sich natürlich die Nord- oder Ostsee an. Hier wird in besonderes gekennzeichneten Seegebieten die Asche in einer speziellen Urne der See übergeben.
Für die Seebestattung gibt es besondere alte Riten und auch Bräuche. So wird zum Beispiel die Flagge des Schiffes auf Halbmast gesetzt und während die Urne auf der Steuerbordseite des Schiffes (rechts) dem Meer übergeben wird, wird die Schiffsglocke in vier Glasen (Doppelschläge) geläutet.
Bei dieser Bestattungsart haben Sie die Wahl: sie kann still (ganz ohne Begleitung von An- und Zugehörigen) oder begleitet erfolgen.

In den Niederlanden sind auch Flussbestattungen, zum Beispiel im Rhein, möglich.

Die Ballonbestattung

Sie bzw. Ihre Hinterbliebenen geben die Asche frei, durch das Loslassen von 2 Helium-Ballons in denen sich die Asche befindet. Die Ballons steigen vor Ihren Augen in den Himmel. Dort platzen sie in einer Höhe, die Sie nicht sehen können und die Asche verstreut sich in alle Himmelsrichtungen.
Diese Bestattungsart ist in den Niederlanden möglich – fast überall, wo die Ballons frei steigen können. Ob direkt hinter der Grenze in einem schönen Naturpark, in den Dünen am Meer oder auch von einem Boot aus.
Es handelt sich also nicht um eine voll anonyme Bestattung. Es ist wesentlicher Bestandteil der Zeremonie, dass die Asche von An- bzw. Zugehörigen „frei gelassen“ wird.
Diese sehr persönliche Art des Abschiednehmens trägt positiv zur Trauerbewältigung bei und unterstützt den Zusammenhalt der Hinterbliebenen – es ist eben ein wirklich letzter großer Schritt, den man so gemeinsam Erleben kann.

Kosten einer anonymen Bestattung/Beerdigung (bzw. pflegefreier Grabstätten)

Wir nennen Ihnen gerne detaillierte Preise bzw. Kosten der jeweiligen Bestattungsart und Grabstätte in Duisburg oder außerhalb. In einem Beratungsgespräch legen wir gemeinsam die relevanten Eckdaten fest und erstellen Ihnen danach eine unverbindliche und transparente Kostenaufstellung.
Wie Sie den Beschreibungstexten entnehmen können, gibt es viele Möglichkeiten und große Unterschiede. Wir wollen niemanden mit Preisen „ab xy Euro“ locken. Und eine vollständige Aufzählung aller eventuell anfallenden Kosten wäre verständlich hier nicht darzustellen.
Dafür sind wir, Ihr Bestatter in Duisburg, gerne da – damit das Leben einen würdigen Abschied erhält.

Für viele Hinterbliebene ist es sehr wichtig einen Trauerort zu haben

Wir erleben es leider immer wieder, dass die Verstorbenen sich zu Lebzeiten für eine anonyme Bestattung entschieden haben und dabei die Bedürfnisse der An- und Zughörigen völlig außen vorgelassen wurden.
Das Ergebnis kann dann sehr schlimm sein und vor allem ist es nicht mehr änderbar. Bitte bedenken Sie das bei Ihrer Planung!

Bild von Pexels auf Pixabay

Warum es auf kirchlichen Friedhöfen keine anonymen Bestattungen gibt

Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche lehnen anonyme Beerdigungen grundsätzlich ab. Als Begründungen finden sich folgende:

  • Jeder Mensch hat vor Gott einen Namen – über den Tod hinaus.
  • Es soll für die Angehörigen einen Ort der Erinnerung geben, bzw. einen Trauerort.
    (Die Ortslosigkeit einer Grabstätte bereite vielen Hinterbliebenen erhebliche Probleme.)
  • Die Würde des Menschen ist unantastbar, auch über den Tod hinaus.
    (Damit stellen sich die Kirchen gegen die Tendenz des schnellen Entsorgens, bei dem die Würde des Verstorbenen keine Rolle mehr spielt.)

Worin sich allerdings die Kirchen auch einig sind: für Christen ist der Respekt vor dem Willen des Verstorbenen und den Wünschen der Angehörigen selbstverständlich.
Deswegen ist es vielerorts so, das anonym bestattete Christen von den Ämtern an die Gemeinden gemeldet werden. So können die Kirchen Gedenkfeiern für die „Unbedachten“ abhalten in denen ihre Namen verlesen werden.

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