Bestatter Ausbildung – die Zwischenprüfung

10. November 2022

Anna-Lea Peter

Um Interessenten etwas mehr Einblick zu geben, berichten wir folgend von unserer Auszubildenden, Anna-Lea Peter , und ihrer Zwischenprüfung. Die muss, wie bei vielen anderen Ausbildungsberufen, jeder Azubi nach der Halbzeit absolvieren. Sie ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

„Bestatter“ ist übrigens nicht die richtige Bezeichnung, der Ausbildungsberuf heißt „Bestattungsfachkraft“.

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und endet mit einer Prüfung vor der Handwerkskammer. In einem dualen System aus Präsenzzeit im Ausbildungsbetrieb und Blockunterricht in der Berufsschule in Münnerstadt (Bayern) lernen die angehenden Fachkräfte die theoretischen und praktischen Dinge, die es zum Ausüben dieses vielfältigen Berufes braucht. Es gibt insgesamt nur 3 Berufsschulen in Deutschland für angehende Bestattungsfachkräfte.

Mehr Informationen zur Ausbildung finden Sie hier.

Zur Zwischenprüfung
In Münnerstadt gibt es den einzigen Lehrfriedhof in ganz Deutschland. Dort sind keine Verstorbenen beerdigt, er dient ausschließlich Ausbildungszwecken.
Auf ihm werden auch die Zwischenprüfungen durchgeführt.

Frau Peter, erzählen Sie uns doch etwas über diesen Ort.

„Es ist ein sehr schön angelegter kleiner Friedhof (siehe Gesamtbild), auf dem Bild sieht man auch das Vordach mit einer kleinen Sitzgruppe unter dem man eine Kaffeepause einlegen kann, auch ist eine kleine Hütte mit benötigten Werkzeugen und Materialien vorhanden.
Genauso ein Raum, in dem das theoretische Fachwissen vermittelt wird.“

Hier kann man eine 360°-Tour über den Lehrfriedhof sehen.

Gesamtbild Lehrfriedhof

Und wie genau sah Ihre Zwischenprüfung aus?

„Ich wurde in Grabmachertechnik geprüft.
Auf dem Bild sieht man das Grab, an welchem ich meine Zwischenprüfung absolviert habe, hier ein 2-stelliges Grab eng liegend an dem eine Stelle per Hand (Schaufel) ausgehoben werden musste.
Die Prüfung absolvierte ich mit einem Partner der einen Tag vorher festgelegt wurde.

Die Prüfung begann mit einer kurzen mündlichen Abfrage zum Fachwissen und dem Ausmessen der Grabstelle, danach wurde ein Erdcontainer aufgebaut, in meinem Fall einer aus Holz.

Daraufhin wurde das Grab ausgeschaufelt, bis zur ersten sogenannten Schalung (Metallplatten, die am inneren Rand zur Stabilisation der Erde angebracht werden).

Als das fertig war ging es an die Dekoration des Grabes mit Laufrosten zum Betreten der Sargträger, für die Beisetzung eines Sarges und Grünmatten zum Verschönern. Zum Schluss stellten wir eine Weihwasser Schale, einen Eimer mit Erde und Schaufel zum Erdnachwurf und einer Schale für Blütenblätter an das Grab.“

Das hört sich nach schwerer körperlicher Arbeit an.

„Ja, das ist es auch. Wobei den Grabaushub machen bei uns in der Regel später die Mitarbeiter der Friedhöfe. Aber je nach Bundesland machen die Bestatter den Grabaushub selbst. Deswegen gehört das zu der Ausbildung dazu.“

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Bestatterin werden zu wollen?

„Also bei mir war es der Fall, dass ich 2016 im Alter von 14 Jahren einen Austausch nach Birmingham (England) über die Schule gemacht habe und dort in einem kleinen Nischen Museum für Altenglische Bestattungskunde war, in dem es um Bestattungsriten, Grabarten, Grabmäler, Särge und Waren im Allgemeinen, im alten England bzw. Britannien ging.
Das fand ich damals dann so interessant, dass ich mich gefragt habe wie der Beruf heutzutage und in Deutschland so ist, habe viel recherchiert und hatte den Wunsch den Beruf irgendwann mal auszuprobieren.
Daraufhin habe ich zwei Jahre später ein paar Praktika gemacht und mich dann, nach meinem Bundesfreiwilligenjahr in einem Altenheim, bei Bestattungen Menge beworben. Jetzt bin ich im dritten Lehrjahr und sehr glücklich zu dem Beruf gekommen zu sein.“

Wir sind sehr glücklich, dass Sie Teil unseres Teams sind!

Nun aber erstmal: Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Zwischenprüfung und Danke für Ihre Mithilfe!

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