Projektwoche zum Thema Tod: Die Kita-Gruppe „Kleine Elefanten“ zu Besuch bei Bestattungen Menge in Duisburg
Wie begegnen Kinder dem Abschied? Ein besonderer Vormittag voller Fragen, Mut und ehrlichen Begegnungen.
Im Rahmen einer besonderen Projektwoche durften wir kürzlich die Kinder der Kita-Gruppe „Kleine Elefanten“ aus Düsseldorf gemeinsam mit ihren drei Erzieherinnen und einigen Elternteilen in unseren Räumlichkeiten in Duisburg willkommen heißen. Es war ein Vormittag, der berührte, zum Nachdenken anregte und zugleich zeigte, wie offen und unvoreingenommen Kinder mit einem so sensiblen Thema umgehen können.
Ein behutsamer Weg in ein großes Thema
Schon in den Tagen zuvor hatten sich die Kinder intensiv und einfühlsam mit dem Thema Tod auseinandergesetzt. Sie sprachen über eigene Verluste, erinnerten sich an geliebte Haustiere oder Menschen und teilten ihre Gedanken miteinander. Schritt für Schritt näherten sie sich Fragen rund um Abschied, Rituale und unterschiedliche Glaubensvorstellungen bis hin zu den großen, fast philosophischen Fragen nach der Seele und dem, was von uns bleibt.
Den Abschluss dieser bewegenden Woche bildeten Musik, Gemeinschaft und das Gefühl, mit diesen Gedanken nicht allein zu sein.
Neugier, die berührt
Als die Kinder unsere Räume betraten, war vor allem eines spürbar: ehrliche Neugier. Mit großen Augen erkundeten sie die Trauerhalle und unseren Überführungswagen. Sie stellten Fragen – viele Fragen. Offen, direkt und ohne Scheu. Es war beeindruckend zu sehen, wie selbstverständlich sie sich auf das Unbekannte einließen.
Besonders die Abläufe hinter einer Überführung und die technische Ausstattung des Überführungsfahrzeuges weckten ihr Interesse. Hinter jeder Antwort entstand eine neue Frage und ein tieferes Verstehen.
Begreifen durch Erleben
Nach einer gemeinsamen Frühstückspause vertieften wir die Gespräche. In der Trauerhalle sprachen wir über verschiedene Bestattungsarten – von der klassischen Erdbestattung bis hin zur Seebestattung. Ein Kind teilte dabei sogar eigene Erfahrungen, was den Moment besonders greifbar machte.
Ein zentraler Moment war die Begegnung mit einem Sarg. Vorsichtig, aber auch mutig, näherten sich die Kinder diesem ungewohnten Objekt. Einige hielten respektvollen Abstand, andere wollten es ganz genau wissen – setzten sich hinein oder legten sich probeweise hinein. Ganz ohne Angst, dafür mit einer Natürlichkeit, die Erwachsene oft verloren haben.
Ein Abschied zum Anfassen
Gemeinsam gestalteten wir ein kleines Abschiedsritual. Die Kinder schmückten den Sarg mit Blumen, legten sie behutsam ab und schufen so einen Moment der Stille und des Respekts. Dabei wurde spürbar, wie wichtig solche aktiven Gesten im Umgang mit Trauer sein können.
Große Fragen in kleinen Köpfen
Zum Abschluss besuchten wir den Versorgungsraum und die Ausstellung. Hier zeigte sich noch einmal die ganze Wissbegierde der Kinder. Sie wollten genau wissen, wie wir Verstorbene versorgen, wie Kleidung angelegt wird und wie wir mit Würde und Sorgfalt arbeiten – selbst dann, wenn der Körper bereits verändert ist.
Dass an diesem Tag kein Verstorbener aufgebahrt war, sorgte sogar für einen Hauch von Enttäuschung. Ein Zeichen dafür, wie ernsthaft und interessiert sich die Kinder mit dem Thema auseinandergesetzt haben.
Ein Vormittag, der bleibt
Das Feedback von Eltern und Kita-Leitung war durchweg positiv. Doch vor allem die Kinder selbst haben gezeigt, wie wertvoll dieser Austausch war. Sie kehrten mit neuem Wissen, gestärktem Verständnis und vor allem ohne unnötige Ängste in ihren Alltag zurück.
Auch für uns war dieser Besuch etwas ganz Besonderes. Er hat uns einmal mehr vor Augen geführt, wie wichtig es ist, Kindern ehrlich, behutsam und auf Augenhöhe zu begegnen – selbst bei den schwersten Themen des Lebens.
Wir freuen uns schon jetzt darauf, die „Kleinen Elefanten“ im nächsten Jahr wieder bei uns begrüßen zu dürfen.



